Vom „verzauberten Frühstück“ bis zu ???

In diesem Jahr, 2008, ist die Freiwillige Feuerwehr Kollnburg 135 Jahre alt geworden und kann sich zu dem noch über ein besonderes Jubiläum freuen. Die Theaterspielgruppe feiert ihr
100 jähriges Jubiläum.
Vor 100 Jahren, am 2. März 1908, trat das Laienspieltheater der FF Kollnburg erstmals in Szene. Dieses Jubiläum verdient besondere Würdigung, da seit den Anfängen vor 100 Jahren diese Theatertradition ungebrochen fortgesetzt wurde. Lediglich in den Kriegsjahren gab es eine Unterbrechung. In den letzten Jahren haben drei Männer das Theater der Kollnburger Wehr besonders geprägt. Der Jahrelange Regisseur Hannes Biebl (40 Jahre Laientheatererfahrung), sein Nachfolger Johann Mühlbauer sowie Hans Fraundorfner der seit 50 Jahren als Schauspieler auf der Bühne das Publikum zum Lachen bringt.

Alois Preiß als damaliger Kassier der Feuerwehr Kollnburg-Rechertsried hielt am 2. März 1908 seine Antrittsrede zu Eröffnung des Theaters der Freiwilligen Feuerwehr. …

 

 

Plakat blieb erhalten

… Frohe und Unterhaltsame Stunden wurden den Theaterbesuchern gewiss beschert in den 100 Jahren des Bestehens …
… auch wenn die Eintrittspreise sich gewaltig geändert haben . 1908 kostete der 1. Platz nur 50 Pfennige, der 2. Platz 30 Pfennige und der Stehplatz gar nur 20 Pfennige. Beachtenswert dabei auch der Jugendschutz: Zur Abendveranstaltung hatten Kinder keinen Zutritt. …

… blieb auch ein Plakat erhalten, ausgeführt von der Druckerei Lackerbauer in Viechtach, das den 2.März 1908 als Uraufführungsdatum eines Theaterstückes durch die FFW Kollnburg ausweist. Zur Aufführung gelangten damals zwei Stücke: „Das verzauberte Frühstück“ (Posse in einem Aufzug) und „Der grobe Wirt“ (Humoristisches Ensemble mit Gesang). …

An Stefani Premiere

… Aus den Protokollbüchern der Wehr ist ersichtlich, dass am 19.12.1937 von der Katholischen Kirchengemeinde Kollnburg die Bühne mit allem Zubehör aus dem Bestand des ehemaligen Burschenvereins und dessen Theatertradition zum Preis von 60 Reichsmark erworben wurde. „Mit diesem Kauf erwarb sich die Freiwillige Feuerwehr Kollnburg die Theaterkonzession“, heißt es in den Büchern. Als Gegenleistung für die Kirchenverwaltung sollte der zweite Weihnachtsfeiertag immer Spielfrei bleiben. Diese Abmachung gilt heute nicht mehr. Im Zuge eines aufblühenden Tourismus im Ort ist jetzt an Stefani Premiere.

 

Nahezu lückenloses Verzeichnis aller aufgeführten Stücke seit 1949 vorhanden

Wie sich die Kriegsjahre auf die Theateraufführungen auswirkten ist nicht bekannt. Dank einer Auflistung durch Regisseur Hannes Biebl liegt jedoch ein nahezu lückenloses Verzeichnis aller aufgeführten Stücke seit dem Jahre 1949 vor, zum Teil mit Besetzungsangaben. …
… seit der Spielsaison 1978/79 leitete Hannes Biebl als umsichtiger Regisseur die Akteure an, traf die Auswahl der Stücke, verteilte die Rollen, sorgte für passende Kulissen und Ausstattung. In dieser verantwortungsvollen Aufgabe löste er damals Karl Biebl ab, Theatererfahrung brachte Hannes Biebl mit, denn zuvor agierte er schon 20 Jahre auf der Bühne als Schauspiler.
Mittlerweile ist auch Hannes Biebl’s Nachfolger, Johann Mühlbauer, schon wieder seit der Spielsaison 2000/2001, als Regisseur, im Amt. Und kümmert sich um all die Aufgabe die zuvor auch für Hannes Biebl zutrafen. Bereits in den Sommermonaten lässt er sich Stoßweise Bühnenmaterial von den Verlagen zu kommen um an den Aufführungstagen das Publikum mit seiner Theatergruppe zu verzaubern.
Als Garant für Lacher und Szenenapplaus ist seit seinem 18. Lebensjahr, damit seit 50 Jahren, ein Pfiffikus als Schauspieler auf der Bühne: Hans Fraundorfner. Großes schauspielerisches Talent ist diesem inzwischen „alten Theaterfuchs“ zu eigen. Mit ihm ist man sicher, dass sich das Publikum vor Lachen biegt.

Doch auch die nachwachsenden Talente zeigen, dass dem Kollnburger Feuerwehrtheater für die Zukunft nicht bange sein braucht. Ein jeweils ausgebuchter Saal zu Stefani, Neujahr und Dreikönig ist schönster Dank für unermüdliche Probenarbeit und Beweis für schauspielerisches Können.

Quelle und Dank

Der Text entstammt dem Buch „Kollnburg – Ein Dorf erinnert sich“ von Evelyne Wittenzellner aus dem Jahre 1998. Er wurde Stellenweise durch aktuelle Gegebenheiten angepasst.

Die Bilder stammen aus einem Archiv von Evelyne Wittenzellner und Lothar Gärtling.

Vielen Dank an Evelyne Wittenzellner.